Perspectives on the Relationship between Germany and Namibia – The Documentary “Perspectives”

We come across it again and again in life: a topic or controversial question and a multitude of different points of view. This also applies to the relationship between Germany and Namibia.

Germany has left traces in its former colony of German Southwest Africa that have survived the past century. If you travel to Namibia, you will find German street names, German schools and much more. How extensive the knowledge is in each case, differs. But it is quite likely that Namibians can say something to the country when asked about Germany.

And what about the other side? What do Germans know about Namibia?

This topic was the starting point for the ASA Project 2017, but it was not so much about presenting the differences in perception as about how this difference is perceived and how we should deal with it in the future. Through interviews, the participants Luisa and Hendrina created a film that opens this dialogue. “Perspectives” is not a film that completely depicts the relationship between the two countries. Nor is it a film that wants to convey a specific message. “It’s a movie that wants to create emotions. If it’s anger, sadness; if we have to laugh or to cry. The movie wants to make people think: what is my perspective? And what do I wish for the future?”

While “Perspectives” has already received a lot of attention in Namibia and has been discussed on radio and television, Welwitschia also wants to open a dialogue in Germany on the topic “My perspective on the relationship between Germany and Namibia”. We welcome comments and opinions that are not intended to be evaluated, but rather serve as a basis for exchange and for greater mutual understanding.

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Welwitschia Mitgliederwochenende – 8. bis 10. September 2017 in Burscheid

5 Jahre Welwitschia! Die Freude ist groß darüber, dass aus der Idee von einigen jungen Menschen, die sich über ihren Freiwilligendienst in Namibia kennengelernt haben, ein Verein entstanden ist, der sich einen Namen in der Landschaft von NGOs mit Namibia-Bezug gemacht hat und auf viele erfolgreiche Aktionen und Projekte zurückblickt.

Die Entwicklungen von der Vereinsgründung bis heute sind bemerkenswert. Und so Manches, was vor fünf Jahren geplant und formuliert wurde, stimmt mit der heutigen Vereinsarbeit von Welwitschia nicht mehr überein. Darum lag der Schwerpunkt des diesjährigen Mitgliederwochenendes darin, die inhaltliche Ausrichtung des Vereins mit einem neuen Leitbild auch in Worte zu fassen. Das Ergebnis der produktiven drei Tage ist eine neue Vision, Mission, ein neuer Beiname und zahlreiche kreative Pläne für 2018, die bereits jetzt, wenige Tage später, schon aktiv in Angriff genommen werden.

Wer sich unseren (alten) Flyer zur Hand nimmt, sieht in die Augen von namibischen Kindern. Auch der Beiname „Bildungsinitiative für Namibia“ führt zu der Annahme, dass Welwitschia sich ausschließlich für Kinder und Jugendliche in Namibia einsetzt. Tatsächlich liegt der Schwerpunkt aber woanders. Das soll in Zukunft auch deutlicher kommuniziert werden: Mit neuem Leitbild, Flyer und Beinamen.

Doch gehen wir einen Schritt zurück. Die wichtigsten Fragen am vergangenen Wochenende waren zunächst: Was ist unsere Motivation dafür, uns bei Welwitschia zu engagieren? Mit welchen Zielen gründeten wir den Verein damals? Was davon ist für die heutige Arbeit wichtig? Was bezwecken wir damit?

Am Ende steht eine Aufstellung unserer gemeinsamen Motivationen:

Welwitschia will …

  • … eine Veränderung für benachteiligte Menschen in den Bereichen Bildung und Gesellschaft bewirken.
  • … an konkreten Projekten arbeiten.
  • … einen klaren Namibia-Bezug in der Arbeit.
  • … über die deutsch-namibische Beziehung – gestern und heute – informieren und zum Nachdenken über die Beziehung von morgen anregen.
  • … sich gemeinsam mit Menschen, die sich für Namibia und die deutsch-namibische Beziehung begeistern, engagieren.
  • … mit namibischen Akteuren auf gleicher Ebene kooperieren.

Auf den Punkt gebracht ist unsere Vision, dass sich die deutsch-namibischen Beziehungen durch gegenseitiges Verständnis, eine starke Verbundenheit sowie Begegnungen auf Augenhöhe auszeichnen.

Um dies zu erreichen führt Welwitschia e.V. kooperative Projekte in Deutschland und Namibia durch. Ziele dieser Projekte sind die Förderung von gegenseitigem Verständnis, der Abbau von Ungleichheiten und Benachteiligungen in den Bereichen Bildung und Gesellschaft und die Stärkung der deutsch-namibischen Partnerschaft.

Welwitschia e.V. – Kooperative Bildungsprojekte in Deutschland und Namibia

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Jetzt, da klar formuliert ist, was Welwitschia zukünftig erreichen will und wiedies passieren soll, wollen wir auch aktiv werden. Für das kommende Jahr haben wir

darum viele Ideen in unseren Köpfen und konkrete Projekte in Planung: eine Jugendbegegnung in Deutschland und Namibia, Essay-Wettbewerbe und Vorträge, die Beteiligung an einem Biodiversitätsprojekt und einiges mehr.

Wir haben damit vieles geklärt und festgehalten, was für die Arbeit von Welwitschia wichtig ist. Doch nicht nur unter diesen Gesichtspunkten war das Mitgliederwochenende ein voller Erfolg. Das Wochenende war zudem auch ein Zusammenkommen von jungen Menschen, die sich gemeinsam für ein Thema engagieren; es war ein Kennenlernen und Wiedersehen; vor allem aber drei Tage, die uns alle von neuem motiviert und begeistert haben.

Der Verein lebt von den Ideen und vor allem der aktiven Beteiligung seiner Mitglieder. Darum sucht Welwitschia stetig neue Mitglieder – auch für den Vorstand -, die Interesse und Motivation haben, sich ehrenamtlich zu engagieren.IMG_20170910_095552.jpg

Medizinstudium in Namibia

Praxiseindrücke von Welwitschia-Vorstandsmitglied Maria Seewald

 

Die medizinische Fakultät der University of Namibia (UNAM) steckt noch in denUNAMWappen Kinderschuhen. Im Jahr 2010 begann für 55 Studierende im ersten Jahrgang die medizinische Ausbildung auf dem neu errichteten Medizinercampus, der sich direkt zwischen den beiden staatlichen Lehrkrankenhäusern, dem Katutura State Hospital und dem Windhoek Central Hospital, befindet.
Das Curriculum setzt sich wie folgt zusammen: Das Hauptstudium beträgt 6 Jahre und beinhaltet Blockpraktika und Praxiseinsätze in den Lehrkrankenhäusern. Im Anschluss daran folgt eine zweijährige klinische Internship-Zeit, in welcher die jungen Mediziner die verschiedenen Fachbereiche in der Klinik durchlaufen, und auch Praktika im Norden in den ländlichen Regionen Namibias ableisten. Im Anschluss daran ist man als Medical Officer/Stationsarzt unter der Supervision von Fachärzten tätig, und spezialisiert sich im besten Fall in einer Fachrichtung. Dies ist derzeitig aber nur im Ausland möglich. Wenn keine weitere Spezialisierung erfolgt, ist man später automatisch als Allgemeinmediziner in den Krankenhäusern oder auch in der Niederlassung beschäftigt. Nur kurz im Vergleich, in Deutschland ist das Medizinstudium recht ähnlich organisiert. Das Hauptstudium umfasst fünf Jahre universitär und klinisch, gefolgt vom Praktischen Jahr und erst danach legen die Studierenden den dritten Teil der ärztlichen Prüfung ab. Im Anschluss daran beginnen sie als Assistenzärzte und -ärztinnen, allerdings bereits die Weiterbildung zu einem Facharzt. Die Weiterbildung zum Facharzt der Allgemeinmedizin ist in Deutschland eine mindestens fünfjährige Ausbildung.

Ich studiere derzeit im 8. Fachsemester Medizin an der Universität Magdeburg, und imMaria_Ärztin Rahmen dessen habe ich mich entschieden, in den Semesterferien eine einmonatige Famulatur bei einem Kinderarzt in Windhoek zu absolvieren. Die Famulatur ist ein studienintegriertes Praktikum, welches im klinischen Studienabschnitt in Blöcken (120 Tage insgesamt, 30 Tage fortlaufend) während der vorlesungsfreien Zeit abzuleisten ist. Ein Praktikum in einem Krankenhaus in Namibia zu machen habe ich persönlich als eine Herausforderung angesehen, da in Namibia ganz andere Krankheitsbilder und Infektionskrankheiten den Alltag prägen. Aus diesem Grund habe ich mir diesen Praxiseinsatz an das Ende meiner medizinischen Grundausbildung angesetzt, um bestmöglich darauf vorbereitet zu sein, möglichst hohe Lernerfolge erzielen zu können und gleichzeitig nützlich sein zu können vor Ort. Im Rahmen meines „weltwärts-Jahres“ 2010/2011 mit dem Deutschen Entwicklungsdienst habe ich in Windhoek als Freiwillige gearbeitet und das Land seitdem nicht mehr bereist. Ähnlich wie damals wollte ich meine Namibia-Reise diesmal wieder mit einer Aufgabe und freiwilligen Arbeit verbinden.

Mein betreuender Arzt war Dr. Benjamin, ein namibischer Kinderarzt, der in Südafrika und in den USA studiert hat. Er hat eine Privatpraxis im Rhino Park Private Hospital und ist zudem in allen privaten sowie staatlichen Krankenhäusern in Windhoek tätig. Mein Tagesablauf war jeden Tag unterschiedlich, unberechenbar und immer voller Überraschungen. Das Grundgerüst sah allerdings wie folgt aus: Treffpunkt war meist um 7:00 Uhr in seiner Praxis. Dann folgten Visiten im stationären Bereich des Rhino Park RhinoParkKHPrivate Hospitals. Im Anschluss daran sahen wir Patienten in den anderen Krankenhäusern der Stadt, in den privaten sowie staatlichen Einrichtungen. Die Verteilung der Privatpatienten auf die verschiedenen Einrichtungen ist dem System geschuldet. Zum einen besteht freie Arztwahl und zum anderen ist die Patientenanzahl und -zuteilung der im privaten Sektor tätigen Ärzte von den abgeleisteten Diensten (Bereitschaft, Wochenende, Spezialisierung) abhängig. Somit hatten wir oftmals Patienten in 5 verschiedenen Häusern und zum Teil noch in unterschiedlichen Gebäuden (Neugeborene, Kreissaal bei den geplanten Kaiserschnitten, Neonatologie, IST, Infektionskrankheiten, Gastrologie, allgemeine Kinderstationen), was unsere Effizienz und Arbeitszeiteinteilung täglich aufs Neue herausforderte. An zwei festen Tagen in der Woche leitete Dr. Benjamin zudemKleinerJunge_KatuturaKH noch Lehrvisiten im Katutura State Hospital für die Stationsärzte und Medizinstudierenden der UNAM. Ab dem Nachmittag waren wir täglich bis ca. 18.00 Uhr in seiner privaten Ambulanzpraxis tätig. Das Spektrum dort erstreckte sich von Vorsorgeuntersuchungen bei Neugeborenen und Kleinkindern über verschiedenste akut aufgetretene Krankheitsbilder bis hin zur Behandlung chronischer Erkrankungen in der Kinderheilkunde.

Dr. Benjamin liegt die Lehre an der UNAM sehr am Herzen. Er bemängelte oft die derzeitige Arbeits- und Ausbildungssituation und versuchte, die Studierenden für viele Themen zu sensibilisieren. Dies bezog sich auf Handlungsschemata im klinischen Alltag und Patientenmanagement, aber auch auf den Aspekt der Finanzplanung. Er versuchte, praxisrelevante Einflussgrößen und Hintergrundwissen zum wirtschaftlichen Handeln von Krankenhäusern als Unternehmen, speziell in den staatlichen Einrichtungen, wo Mittel und Budget begrenzt sind, zu vermitteln. Allem voran ist er aber ein passionierter Arzt! Solch eine Hingabe und den absoluten Verzicht auf eine Work-Life-Balance habe ich in der Form noch nie erlebt. Natürlich herrscht eine ganz andere medizinische KrankenzimmerKatuturaKHVersorgungssituation in Namibia als in Deutschland, und er ist einer der wenigen Fachärzte für Pädiatrie im Land, der auch die staatlichen Krankenhäuser betreut. Er kämpft tagtäglich mit maximalem Einsatz für das Patientenwohl unter limitierenden, medizinischen Bedingungen. Ich habe sehr bewundert, wie hart Dr. Benjamin arbeitet und welch einen tollen Umgang er mit den kleinen Patienten, ihren Eltern und dem Personal in den Kliniken pflegt und wie er dabei mit außerordentlicher Fachkompetenz praktiziert. In diesem Sinne war die Zeit für mich als zukünftige Ärztin sehr inspirierend und ich werde diese Erfahrung in ehrenvoller Erinnerung für mein Berufsleben mitnehmen.
Es war weiterhin eine wichtige Erfahrung, so hautnah den Unterschied zwischen staatlichen und privaten Versorgungseinrichtungen zu erleben. Während im staatlichen Sektor oft Fachpersonal fehlt und es zusätzlich an Material und Ressourcen mangelt, so dass Patienten oft nicht sofort optimal versorgt werden können, sind die privaten Krankenhäuser meist sehr gut ausgestattet und die Patientenversorgung entspricht weitestgehend europäischen Standards. Die Krankheitsbilder, innerhalb beider Systeme und in der Gesamtheit natürlich, unterscheiden sich noch einmal grundsätzlich von denen in Deutschland. Infektionskrankheiten wie HIV und Tuberkulose sind in Namibia ein dauerhaftes Problem. Banal erscheinende Durchfallerkrankungen, mangelnde hygienische Standards, Mangelernӓhrung sowie oftmals fehlende Erstversorgung fordern aber vor allem Windhoeks Kinderärzte jeden Tag auf neue heraus.

Maria_UrlaubIch hatte eine arbeitsintensive und eindrucksvolle Zeit in meiner „alten“, doch noch immer gewohnten Umgebung in Windhoek. Für mein Studium konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln, und gleichzeitig die Semesterferien in einem so tollen Land verbringen, an den Wochenenden ein bisschen reisen und für kurze Zeit wieder im namibischen Alltag leben. Ich habe mich sofort wieder heimisch gefühlt, und konnte an viele soziale Kontakte und Freundschaften von früher anknüpfen.

Bericht zum 14. Heidelberger Namibiatag am 13. Mai 2017

In der wunderschönen Kulisse des Heidelberger Spiegelsaals fand am 13. Mai 2017 zum 14. Mal der Heidelberger Namibiatag statt.

Die jährlich stattfindende Konferenz bietet ein umfangreiches Programm zu unterschiedlichen Themen, die Namibia betreffen und behandeln.

Wer sich über Namibia und die Kolonialgeschichte informiert, wird wahrscheinlich früher oder später über den Film “Kaiser Wilhelms Wüstenkrieg” stolpern. Dr. Werner Andreas Wienecke, der lange als Missionar in Namibia tätig war und eine gute, offene Beziehung zu Hereros in Namibia hat, kommentierte diesen in Hinblick auf die aktuelle Diskussion um den Genozid und die Wiedergutmachung. Dabei ging es weniger um eine “richtig” und “falsch”, sondern vielmehr darum, ein breiteres Verständnis zu ermöglichen.

Prof. Dr. Henning Melber sprach über “Namibia nach 27 Jahren Unabhängigkeit – Rückblick und Vorschau” und präsentierte einen Überblick über positive Entwicklungen, aber auch Entwicklungspotenziale und Missstände.

Birgit Möhring setzt sich seit vielen Jahren für den Nashornschutz in Namibia ein. Die Vize-Präsidentin der DNG zeigte in einer anschaulichen und spannenden Präsentation, wie derzeit in Namibia versucht wird, die Wilderei einzudämmen und zu unterbinden. Dabei wird vorrangig mit GPS-Sendern gearbeitet, die ermöglichen, die Nashörner im Blick zu behalten.

Frank Gschwender ist seit vielen Jahren über die GIZ in Namibia tätig und gab Einblick in das derzeit laufende Entbuschungsprojekt. Als Folge von Überweidung auf den überwiegend ariden Böden Namibias hat die Verbuschung in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Die hohen Kosten der Vegetationsbeseitigung sollen etwa durch Inwertsetzungsmaßnahmen wie der Produktion von Holzhohle und thermischer Energie und der Beheizung von Kraftwerken aufgefangen werden.

Unser persönliches Highlight: Welwitschia war als Redner eingeladen. 5 Jahre Bildungsarbeit konnten wir nun schon präsentieren, einschließlich vieler Veränderungen und und vieler gelungenen Projekte: Der Nam Career Service, die Africa Career App sowie das ASA-Projekt.

Organisator Dr. Horst Eichler verabschiedete sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es war einmal mehr ein gelungener Tag mit vielen spannenden Vorträgen, die Einblick in die Arbeit in und rundum Namibia gaben. Nach 14 Jahren geht für ihn aber auch ein wichtiger Teil seiner Arbeit zu Ende, da er die Organisationsleitung abgeben wird.

Wir danken der Deutsch-Namibischen Gesellschaft und besonders Herrn Dr. Eichler für die Einladung und tolle Organisation des Namibiatages.

Namibia auf die Ohren

Bei Namibia denken die meisten an eindrucksvolle Natur. Dabei geht jedoch oft unter, was das Land für eine vielfältige Kulturszene beherbergt. Vor allem die Musik spielt dabei eine sehr große Rolle. Wobei: Eine rein „namibische“ Musik gibt es nicht. Wie auch, bei der Völkervielfalt und den verschiedenen Einflüssen, die auf Namibia wirken. Neben nordamerikanischen und vor allem auch südafrikanischen Stilen spielt auch viel Tradition in den Musikmix hinein. Wir haben euch eine kleine Kostprobe zusammengestellt.

Zwischen Europa und Afrika

Shishani

Shishani ist nicht nur eine Powerfrau sondern auch ein echtes Ausnahmetalent. Mit souliger Stimme präsentiert sie modernen, jazzigen Afro-Folk und spricht in ihren Songs auch politische Themen an. Die Sängerin mit einer namibischen Mutter und einem belgischen Vater ist in Namibia geboren und in den Niederlanden aufgewachsen. Ihre große Karriere begann mit ihrer Rückkehr nach Namibia. 2011 gewann sie den Namibian Annual Music Award (NAMA) und wurde 2013 für die beste Single und das beste Video nominiert. Inzwischen arbeitet und tourt sie sowohl in Namibia als auch in den Niederlanden.

EES

Jeder in Namibia kennt ihn – obwohl er mittlerweile den Großteil seiner Zeit in Deutschland verbringt. EES, eigentlich Eric Sell, ist eine Größe. Er vertritt eine bunte Mischung der Genres Kwaito, Afro-Pop, Reggae und Hip-Hop, die er „NAM Flava Music“ nennt. EES beendete 2003 seine Ausbildung zum Toningenieur im südafrikanischen Kapstadt. Ein Jahr später zog es ihn nach Köln, um seine Karriere voranzutreiben die moderne namibische Musik auch in Deutschland bekannt zu machen. Seine neue Single heißt „On the road again“

Tonetic

Steffen List aka TONETIC macht eigentlich alles, was mit Musik zu tun hat. Dabei sind ihm rockige, alternative Klänge die liebsten. Der Namibianer mit deutschen Großeltern schreibt Songs, nimmt auf, arrangiert, produziert und tritt vor allem auf. Musik hat schon immer sein Leben bestimmt: Mit acht Jahren lernte er Cello und schon mit 16 schrieb er Songs für die Punk-Band Needles. 2013 brachte er im Franco Namibian Cultural Center sein Debutalbum Tones of Red heraus, mit dem er im selben Jahr einen NAMA gewann. Mit seiner Single Undefended ging er 2014 dann in Deutschland auf Tour.

Elektronisch

Gazza

Auch Gazza ist einer der ganz großen im namibischen Musikgeschäft. Bei der Verleihung der NAMAs dreht das Publikum durch, wenn er die Bühne betritt und seine Musik, eine Mischung aus Kwaito, Dancehall, Reggae und Hip Hop, performt. Lazarus Shiimi, so sein bürgerlicher Name, kommt aus einfachsten Verhältnissen. Deshalb finden Themen über das Leben im Township immer auch Eingang in seine Texte. Mittlerweile hat er schon zehn Alben herausgebracht, was ihn zum bestverkauften Künstler im Land macht.

Black Vulcanite

Die vier Jungs aus Windhoek sind in den letzten Jahren groß in der namibischen Musikszene geworden. 2015 gewannen sie den NAMA in der Kategorie „Bestes Video“. Ihre Musik bezeichnen sie als poetischen, afrozentristischen Hiphop und „Afro-Futurism“. Und die Videos von Mark Question, AlithatDude und Okin können sich wirklich sehen lassen: Künstlerisch unterstreichen sie damit Ihre poetischen Texte mit viel Herzblut.

Rockin’ Namibia

Set-Son and the Mighty Dreads

Die Dreads im Namen geben den Hinweis: Set-Son und seine Kollegen Erik Hamutenya, Marius Olloy, Nafidi Wahengo, Gotffery Mananga und Manda Mosez Saize spielen feinsten, namibischen Reggae, beeinflusst von Shambo, einem fröhlichen Musikstil mit viel Tradition. Dabei verbeugen sie sich vor den Klassiker und singen teils in Oshiwambo – nicht ohne auch politische Botschaften zu senden.

Penilane

Sänger und Gitarrist Roy-Lee Kitt, Bassist Mike Ott und Anesh Morar am Schlagzeug bilden gemeinsam die Rockband Namibias. Seit 2004 versucht die Band, ihre eigene Art des Rocks zu prägen und nennt ihren Stil gerne – mit Verlaub „Progressive Sweaty Nuts Rock“. Ihr letztes Album „Ripple Effect“, haben sie in Dublin mit Marc Carolan, der auch schon mit The Cure and Snow Patrol zusammen gearbeitet hat. Normalerweise wohnen und performen sie in Windhoek. Ihre Einflüsse sind vielfältig und erstrecken sich von Muse über Bruce Springsteen und Radiohead bis hin zu Soundgarden und Die Toten Hosen. Ach ja, und auch ihre Videos können sich sehen lassen.

Klassiker 

Tate Buti

Apropos Shambo: Hier ist Tate Buti die Legende in der namibianischen Musikgeschichte. Mehr als jeder andere hat er den Shambo geprägt und beeinflusst viele junge Musiker. Shambo, die bei Oshiwambo-sprechenden vor allem in ländlichen Gebieten beliebte Musik, behandelt meist große Themen wie Krieg und Frieden, Einheit, Liebe und Respekt. Erst 2005 wurde Shambo von der Namibia Society of Composers and Authors of Music (NASCAM) als Genre traditioneller Musik anerkannt.

Jackson Kaujeua

Auch an Jackson Kaujeua kommt keiner vorbei, der sich mit namibischer Musik beschäftigt. Er wird auch als Guru der traditionellen Musik bezeichnet wird und spricht, so heißt es, ganze 15 namibische Sprachen und Dialekte. Seine Lieder handeln von Ahnen und Legenden, aber auch von Freiheitskämpfen. Seine Musik ist traditionell und zeigt deutlich, dass er aus der Gospel-Richtung kommt. 18 Jahre Jahre lang lebte er im Exil und setzte sich mit Lieder wie „Wind of Change“ (, das übrigens nichts mit dem Scorpions-Song zu tun hat) und „!Gnubu!Nubus“ für die Unabhängigkeit Namibias ein. Er erhielt 2011 posthum den NAMA für sein Lebenswerk.

Elemotho

Elemotho singt nicht nur auf Englisch, sondern auch Setswana und anderen Sprachen. Seine Musik ist von Pop beeinflusst, aber mit afrikanischen Klängen und leichtem Jazz-Einschlag. Gemeinsam mit seinem langjährigen Gitarristen und Backgroundsänger Samuel Batola präsentiert das Duo “The new sound of the Kalahari” – eine Mischung aus traditionell afrikanischen Rhythmen, Afro-Pop und Sounds der Welt. Eines der bekanntesten Lieder von Elemotho heißt „The system is a joke“ – seine Musik spricht eine deutlich politische Sprache. Auch mit seinem neuesten Song „Black Man“ will er Bewusstsein schaffen.

Ines ist Journalistin und Texterin im schönen Bonn am Rhein. In Namibia hat sie eine Zeitlang als Gastredakteurin für die Allgemeine Zeitung gearbeitet. Dabei hat sie Weltwitschia e.V. kennen und das Land lieben gelernt – und würde am liebsten sofort wieder dorthin zurück. https://twitter.com/InesBres

Black Vulcanite (c) thecitynoise.com

Black Vulcanite (c)thecitynoise.com

Welwitschia organisiert Diskussion zum Grundeinkommen

Der Traum vieler Menschen würde wahr werden – Geld verdienen ohne arbeiten und mit diesem Geld sogar über die Runden zu kommen. Das zumindest verspricht das Konzept „Bedingungsloses Grundeinkommen“ (BGE). In der Schweiz wird am 5. Juni darüber abgestimmt, ob es dort eingeführt werden soll, in Finnland diskutiert man darüber, ob Pilotprojekte gestartet werden sollen und auch in Deutschland wachsen die Initiativen, die das BGE befürworten. Einige der wenigen Orte auf der Welt wo das Konzept in der Praxis ausprobiert wurde, ist Otjivero in Namibia. 2008 haben dort für ein Jahr Menschen unterhalb des Rentenalters ein bedingungsloses Grundeinkommen bekommen.

Am Samstag hat Dr. Sabine Klocke-Daffa genau dieses Projekt am Weltethos-Institut in Tübingen in einem Vortrag vorgestellt. Als Wissenschaftlerin an der philosophischen Fakultät der Uni Tübingen hat sie untersucht, ob das BGE positive Effekte in dem namibischen Ort erzielen konnte und ist zu dem Schluss gekommen, dass es den Menschen ökonomisch im Anschluss nicht wesentlich besser ging, die sozialen Kontakte innerhalb des Ortes aber gestärkt wurden. In der anschließenden Podiumsdiskussion haben der grüne Landtagsabgeordnete Thomas Poreski, der Geschäftsführer des Weltethos-Instituts Dr. Bernd Villhauer und den Juniorprofessor Dr. Christian Manger vom Makroökonomie-Lehrstuhl der Uni Tübingen gemeinsam mit Klocke-Daffa über die verschiedenen Konzepte des BGE diskutiert. Während Villhauer Bedenken anmeldete, dass das BGE in Deutschland eher ein Luxusproblem ist welches den Unterschied zu ärmeren Ländern zementieren oder gar vergrößern könnte, ist Poreski sich sicher, dass dadurch in Deutschland Bürokratie abgebaut würde. Einen anderen Ansatz verfolgte Klocke-Daffa. Sie ist für das BGE, jedoch zweifelt sie die Herangehensweise vieler Konzepte an, da diese nur die ökonomischen Aspekte in Betracht ziehen. Manger brachte die wissenschaftliche Seite in die Diskussion ein, wobei er die Mehrheit repräsentierte, die sich nicht sicher ist, ob ein BGE wirklich sinnvoll ist oder nicht.

Insgesamt war es eine sehr lebendige und vor allem gut besuchte Veranstaltung mit der die Diskussion über das Bedingungslose Grundeinkommen auch nach Tübingen gekommen ist. Trotz der verschiedenen Meinungen auf dem Podium waren sich die DiskutantInnen schließlich einig, dass es die eine Lösung nicht gäbe und dass die Diskussion von der rein ideologischen Ebene weg kommen muss. Klocke-Daffa fasst es so zusammen: „Es bringt nichts ewig daran rum zu diskutieren, wir müssen es ausprobieren!“

Welwitschia Tübingen

Bedingungsloses Grundeinkommen Tübingen Bedingungsloses Grundeinkommen Tübingen

Vortrag und Podiumsdiskussion in Tübingen

Unsere Regionalgruppe Tübingen einen Vortrag zum Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) mit anschließender Diskussion. Dr. Sabine Klocke-Daffa ist Ethnologie-Forscherin an der Philosophischen Fakultät der Uni Tübingen und war an einem Pilotprojekt zum BGE in Otjivero selbst beteiligt und wird an diesem Abend in einem Vortrag das Projekt vorstellen. Im Anschluss wird im Rahmen einer Podiumsdiskussion allgemein über das BGE diskutiert. Hierfür konnte Welwitschia den grünen Landtagsabgeordneten Thomas Poreski, den Geschäftsführer des Weltethos-Instituts Dr. Bernd Villhauer und den Juniorprofessor Dr. Christian Manger vom Makroökonomie-Lehrstuhl der Uni Tübingen gewonnen werden. Auch Frau Klocke-Daffa wird hierbei ihre Meinung kundtun.

Vortrag und Podiumsdiskussion finden am Samstag, 28. Mai ab 16.30 Uhr im Weltethos-Institut in der Grabenstraße 26 in Tübingen statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Nach Ende der Veranstaltung wird es die Möglichkeit geben in gemütlichem Rahmen die Diskussion und den Austausch fortzusetzen.Bedingungsloses Grundeinkommen Tübingen